Darum liegt die Adria nicht mehr an der Adria

geschrieben von www.lifestyleontour.com

Der Kurztrip in mein geliebtes Italien war gar nicht so einfach zu planen. Da ich nur vier Tage zur Verfügung hatte, wollte ich nicht zu weit fahren, aber unbedingt nochmal biken gehen, Sonne tanken und auch das eine oder andere hübsche Städtchen besichtigen. Ziemlich erfolglos hab ich den Campingführer und diverse Onlineplattformen nach offenen Campingplätzen in Venetien durchsucht – Italien hat schon auf Winterbetrieb umgestellt.

Die Option Venedig war mir zu touristisch, Lignano zu “strandig”. Schließlich entdeckte ich, dass es in Adria einen Wohnmobilstellplatz gibt und beschloss, dass von Adria an die Adria zu fahren doch nach einem ziemlich guten Plan klingt. Also das Bike in meinen Adria Twin geladen und los ging die wilde Fahrt. Tatsächlich finde ich in Adria den Stellplatz sofort – er liegt umgeben von Wohnhäusern sehr zentrumsnah, hat Stromanschlüsse und Wasser, alles gratis.

Während ich also Richtung Innenstadt schlendere, lese ich mir die Geschichte dieses Städtchens durch. Adria war zu vorchristlicher Zeit wohl ein bedeutender Hafen, damals direkt im Po-Delta mit Meereszugang gelegen. Mit der Zeit ist der Hafen verlandet und heute sind es über 15 Kilometer bis zum Meer. Dennoch hat der Ort, durch den der Po fließt, einen gewissen Charme behalten. Schöne, alte Gebäude, zwei Cattedralen und eine kleine, nette Fußgängerzone. In deren Nähe entdecke ich auch ein Tourismusbüro, das so aussieht, als ob es seit den 70er Jahren unverändert geblieben ist.

Die nette Dame – die weder Deutsch noch Englisch spricht, aber hervorragend mit Gestikulieren erklären kann – kramt für mich sämtliche Radkarten der Region raus und rät mir, unbedingt das Po-Delta zu erkunden. Im Garten des Archäologischen Museums, das leider zu hat, steht ein völlig eingewachsener Turm, da hätte mich doch sehr interessiert, was es damit auf sich hat. Mehrmals überquere ich den Fluss auf kleinen, mit Blumen geschmückten Brücken und kehre hier und dort auf einen Kaffee ein. Nachdem ich durch alle Gassen geschlendert bin, spaziere ich auf dem Rückweg an einem herrlichen Fischgeschäft vorbei – eine riesige Auswahl und alles superfrisch.

Das Tolle daran: Die beiden Geschäftsinhaber grillen einem nach Wunsch alle Sorten zum Mitnehmen. Da kann ich natürlich nicht nein sagen… Tintenfisch, Lachs und Gemüse wird auf einen Spieß geschlichtet und schon einige Minuten später, landet das köstlich duftende, fertig gegrillte Spiedino in einer Aluschale und in meiner Einkaufstüte.

Einfach göttlich. Ich mache es mir in meinem Bus gemütlich und plane auf der Bike-Karte meine Tour für den nächsten Tag. Freue mich schon jetzt auf die Delta-Tour, von der ich dann im nächsten Blog-Post berichte. Ach übrigens, ich hatte für die herbstlichen Nacht-Temperaturen eine innovative Matratzenauflage sowie ein Kissen zum Testen dabei, jeweils mit einer wärmenden und einer kühlenden Seite. Was ich in der ersten Nacht damit für Erfahrungen gemacht habe, auch darüber in Kürze mehr.